310 Bildstock 1749

Ein Bildstock kommt von altdeutsch „Stock“, etwas in die Höhe Ragendes, ein religiöses Kleindenkmal als Pfeiler aus Holz oder Stein, meist an Wegen stehend und mit einem Andachtsbild, einer Heiligenfigur oder dem gekreuzigten Christus in der Nische geschmückt. Der Bildstock ist ein Zeichen der Volksfrömmigkeit. Anlass für die Errichtung ist oft die Dankbarkeit gegenüber Gott wegen überstandenen Gefahren oder Seuchen, die Erinnerung an einen lieben und guten Menschen oder auch an einen Unglücksfall.

Im Durbachtal von Ebersweier bis ins Gebirg finden sich über 150 Kleindenkmale, die Zeugnis von der ursprünglichen Frömmigkeit und Tradition der Bevölkerung geben. Die meisten dieser Denkmäler werden von den Eigentümern oder Anwohnern bis heute gepflegt, mit Blumen geschmückt und sind für viele Wanderer auch ein willkommener Blickpunkt in unserer herrlichen Landschaft.

Der Bildstock im Wein- und Heimatmuseum ist wohl das älteste Kleindenkmal dieser Art in unserem Tal. Bei der Recherche zur Herkunft dieses Bildstöckle’s fand sich ein langer Weg, den man in alten Dokumenten, dem Grundbuch, den Kirchenregistern, aber auch in den Erinnerungen älterer Mitbürger nachvollziehen kann.
Ein Familienbild der Familie Karl Lang in der Steingasse um 1910, ein weiteres Bild um 1938, zeigt diesen Bildstock rechts neben der Haustüre. Die Familie Lang war Eigentümer des Anwesens (Lagerbuch-Nummer 17) von 1872 bis 1962
Beim Verkauf des Anwesens an die (Flüchtlings)-Familie Lobien war der Bildstock wohl nicht mehr ganz standfest, weshalb die neuen Eigentümer diesen einem Bildhauer in Offenburg überließen.
Der eifrige Sammler von Antiquitäten und Heimatkenner Albert Hurst (späteres Vorstandmitglied unseres Museums) erwarb den Bildstock , um ihn als Schmuckstück im Garten seines neuerbauten Hauses in der Ruländerstraße aufzustellen. (Gabi Hurst geb. Noll war Nachbarin in der Steingasse und hatte deshalb eine Beziehung zu diesem Denkmal)
Bei der „Hebung“, bzw. „Ausgrabung“ des Bildstocks hat sich gezeigt, dass Albert Hurst ein äußerst stabiles Betonfundament verwendet hatte. Es hat deshalb sehr viel Mühe und einige Stunden Arbeit erfordert, bis auch der Sockel mit der Jahreszahl 1749 freigelegt war. Wohl bereits im Jahr 1962 war der Bildstock in drei Teile zerbrochen. Im Garten der Familie Hurst war der Bildstock lediglich mit zwei Teilen zusammengefügt, während das Mittelstück direkt hinter dem Denkmal lag.
Zur fachgerechten Sanierung und Neuerstellung des Denkmals konnten wir den Bildhauer Armin Heitz aus Ebersweier gewinnen, der die drei Teile nunmehr wieder zu einem Ganzen zusammengefügt hat.